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Treffpunkt - Globalisierung
Ein alternativer Stadtrundgang in Lüneburg am 24.06.03


Nr. 2
© Gisela und Joachim Petersen, subkontur

Billiger Kaffee - arme Bauern
Treffpunkt: Kafeegeschäft

Kaffee ist das wichtigste Exportgut nach Erdöl. Ein Pfund Kaffee entspricht der Ernte eines ganzen Kaffeestrauches. Kaffeeanbau bedeutet harte Arbeit, bei der viele Hände zupacken müssen. Viele Menschen weltweit leben vom Kaffee. Die einen leben sehr gut davon, die anderen immer schlechter.

Vor dem Tschibo-Kaffeegeschäft referierte Christa Elster (ver.di) über den Kaffeeanbau und -vertrieb. Kaffee sei, obwohl alles teurer werde, immer billiger zu haben, kritisierte sie. Sie habe den Wunsch, Globalisierung auf diesem Gebiet gerecht zu gestalten. Dazu müssten die Härten der Globalisierungstendenz weggenommen werden. Die Menschen, in diesem Fall die Kaffeeanbauer, seien die Verlierer. Einer der Gründe hierfür sei die Überproduktion. Der Preisverfall von Kaffeee auf dem Weltmarkt führe dazu, dass die Kaffeeanbauer in das lohnendere Drogenanbaugeschäft abrutschten. Von Übel sei auch, dass der Kaffee an zwei großen Kaffeebörsen in New York und in London gehandelt werde. Vor 25 Jahren habe die Dritte-Welt-Bewegung ihren Anfang genommen. Auf Börsengeschäfte verzichtend setzte sich zum Beispiel die große Handelsorganisation Gepa dafür ein, dass den Kaffeeanbauern gleichbleibende Preise gezahlt würden, auch wenn der Preis auf dem Weltmarkt falle. Der größte Profit, sagte sie, werde mit der gerösteten Bohne gemacht. An dieser Stelle entzündete sich eine lebhafte Diskussion, zumal auch in Lüneburg Kaffee geröstet wird. Weltweit gebe es nur sieben große Kaffeeröstereien. Qualitätskaffee erlange als Endprodukt unendlich hohe Preise. Wie verläßlich ein Kaffeesiegel als Garantie für fairen Handel sei (z.B. Transfair) und wo man fair gehandelter Kaffee erhalten könne - diese und weitere Fragen wurden erörtert.
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