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Gleisblockade bei Rohstorf

11. November 2003: Am Vormittag des 11. Novembers hatte es auf dem Gleis bei Rohstorf eine Sitzblockade gegeben. Etwa 150 AtomkraftgegnerInnen gelangten um 10 Uhr in kleinen Gruppen auf die Schienen und ließen sich dort nieder. Nach Mitteilung des Pressedienstes von X1000 begann die Polizei gegen 10.35 Uhr mit einer "unverhältnismäßig brutalen" Räumung der "absolut gewaltfreien" Sitzblockade. Erst als Pastoren intervenierten, soll die weitere Räumung angemessener verlaufen sein.

Als wir den Ort erreichten, war die Blockade bereits geräumt und der Castortransport hatte Rohstorf passiert. Wir konnten lediglich Personalienfeststellung und Ingewahrsamnahme beobachten. Ferner sahen wir, wie sich Sanitäter um einen Verletzten kümmerten, der mit bandagiertem Bein auf einer Bahre lag. Über den Grund der Verletzung berichtet die Landeszeitung Lüneburg: "Fünf Beamte knien zeitweilig auf ihm, pressen ihn in den Schotter, ziehen den Schreienden die Böschung hoch. ... braucht die Hilfe der Sanitäter. Später sitzt er mit bandagiertem Bein und schmerzverzerrtem Gesicht im Gras."(LZ v. 12. Nov. 03, S. 3)

Insgesamt wird dem Polizeieinsatz während des Castortransportes nicht nur von den Widerstandsinitiativen sondern auch von SanitäterInnen und ÄrztInnen eine neue Qualität von vielfacher, teilweise sogar brutaler Gewalt bescheinigt (z.B. Pressemitteilung der Sanidezentrale vom 12.11.03 u.a.). Vor diesem Hintergrund wirkt es grotesk und äußerst befremdlich, wenn der niedersächsische Innenminister Schünemann bilanziert, bei den Demonstranten habe die Polizei (während des Castoreinsatzes) zwei Verletzte registriert. Dieser Aussage rechnen die Bürgerinitiativen im Wendland mehr als 120 Verletzte entgegen.

Mittlerweile (17.11.03) hat der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V. in Bonn bei der Staatsanwaltschaft Lüneburg "Strafanzeige gegen verantwortliche Polizisten bzw. Polizeiorgane wegen des Verdachtes auf mehrfache Verstöße gegen verschiedene gesetzliche Bestimmungen" erstattet.

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