Goggle - oder wie schreibt man das?

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"Did you mean ...?" ist eine Frage, die nicht nur Google seinen Kunden häufig stellt. Auch andere Suchmaschinen reagieren auf diese Weise, wenn ihnen Suchbegriffe merkwürdig vorkommen. Fast Tränen gelacht habe ich, als ich heute eine Suchmaschine (nicht Google, natürlich) nach dem Stichwort "Google" befragte. "Did you mean goggle?", fragte die Seite zurück. Goggle, zu deutsch: glotzen, starren, stieren, Stielaugen machen. "Ja", lachte ich: "goggle, das war es, was ich eigentlich meinte!"


Vielleicht denken Sie jetzt: "Oh je, noch ein Artikel, der Google enttarnen will!" Aber nein, ich kann Sie beruhigen. Es gibt mittlerweile so viele gute Artikel darüber, toll recherchiert, selbstredend besser, als ich es mit meinem beschränkten Zeitvorrat, der mir als nichtjournalistisch Vollzeiterwerbstätigem nun mal nur für Freizeitrecherche bleibt, je hinbringen könnte: Haben Sie beispielsweise in der aktuellen Ausgabe der ZEIT (Nr. 34 vom 19.8.2010) die vielen, an Street View aufgehängten, aber viel allgemeingültigeren interessanten Hintergründe zu Goggle und Co. gelesen? Wenn nicht: Das sollten Sie aber! Da werden einige Visionäre zitiert (übrigens nicht nur von Goggle), die - so verstehe ich ihre Äußerungen - in der radikalen Transparenz allen individuellen Lebens die Chance der Gesellschaft auf Erlösung von jeglichem Übel sehen. (Natürlich sehen sie dort auch die Millionen, gar Milliarden, die damit zu verdienen sind, aber das sagen sie so natürlich nicht.) Was diese Entwicklung in letzter Konsequenz bedeutet, wollen all diejenigen, die täglich in Facebook, Twitter und Co. strippen, nicht sehen. Viele Hundert Millionen Menschen sind es übrigens bereits, die sich im Internet quasi "nackig machen". Fairerweise sei gesagt: Man macht es ihnen geschickt schmackhaft. Gedankenlos geben sie den attraktiv verpackten Vorteilen nach, ohne die Nachteile zu erwägen. Ich könnte wetten: Viele, die jetzt im Hinblick auf Street View protestieren, haben sich in einer der o.g. "Communities" schon zur Schau gestellt. Ich möchte nicht missverstanden werden: Das mindert nicht den Wert des Widerstandes, den diese Leute zu leisten jetzt gewillt sind. Im Gegenteil: Vielleicht ist Street View ein Wendepunkt, von dem aus zunehmend mehr Menschen die aktuelle Entwicklung der Informationsgesellschaft in ihrer Gesamtheit erkennen und problematisieren. Ich freue mich darüber, dass eine öffentliche Diskussion eingesetzt hat, die vielleicht als Kristallisationspunkt einer viel weiter reichenden Auseinandersetzung mit aktuellen und alternativen Wegen der Informationsgesellschaft dienen kann. Jede und jeder Einzelne, die oder der für sich mit dem Umdenken beginnt und im eigenen sozialen Kontext Diskussionen anstößt, leistet einen wertvollen Beitrag zur Gestaltung der Gesellschaft, in der wir, ob wir wollen oder nicht, leben müssen.

Goggle (oder wie schreibt man das?) hat auf meinem PC schon lange nichts mehr verloren. Schließlich gibt es Alternativen, die ähnlich leistungsstark sind: Die ZEIT berichtet unter Berufung auf Doppelblindstudien, dass die Qualität der Suchergebnisse bei Goggle sich nicht wirklich von jener vieler Mitbewerber abhebe - auch wenn die meisten Menschen das annehmen. Wenn Sie mich nach meiner Alternative fragen: Ich suche mit ixquick. ixquick ist eine Metasuchmaschine, ausgezeichnet mit dem European Privacy Seal for IT Products and IT-Based Services. Keine Stielaugen mehr - und es fehlt mir an nichts!