
fotografie / presse-archiv© Gisela und Joachim PetersenKontakt: siehe Startseite STARTSEITE Proteste begleiten Atommüllzug in Lüneburg08.11.2004In den Nachrichten war das Eintreffen des Castorzuges in Lüneburg für etwa 8.30 Uhr angekündigt worden. Dementsprechend früh erschienen die ersten Demonstranten auf dem Vorplatz zum Bahnhof. Zunächst eine Hauptschulklasse, begleitet von einer Lehrerin. Die SchülerInnen wollten ihr Grundrecht auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit ausüben und entrollten vor dem Eingang zum Bahnhofsgebäude ein großes Transparent mit der Aufschrift "Wollt ihr uns vergiften". Doch ihr Protest gegen den Atommülltransport währte nicht lange, denn schnell waren fünf Polizeibeamte eines "Anti-Konflikt-Teams" herbeigeeilt, um den enttäuschten SchülerInnen mitzuteilen, dass hier am Bahnhof in der Verbotszone ihr Grundrecht ausgesetzt sei. Ähnlich erging es später einer weiteren Gruppe von DemonstrantInnen, die ebenfalls Protesttransparente hielten. Sie ließen sich sich nicht so schnell von ihrer Aktion abbringen, obwohl die Polizisten aus Berlin unmissverständlich deutlich machten, dass sie diese Aktion nicht dulden würden, zumal niemand aus der Gruppe als Versammlungsleiter auftreten wollte. So wurde mit Hilfe der Konfliktmanager und einer anwesenden Diakonin (Seelsorge) als Kompromiss ausgehandelt, dass sie noch fünf Minuten demonstrieren dürften. Dann trug die Gruppe ihre Transparente zu einem Marmortisch auf dem Vorplatz, der ganz im Zeichen der Trauer um den tödlich verunglückten Sébastien Briat aus Frankreich mit Blumen und vielen Kerzen versehen war. Als störend empfanden es die Anwesenden, dass ein Beamter des BGS vor dem Marmortisch stand und die Aktion zur Beweissicherung filmte. Immer wieder blieben AtomkraftgegnerInnen am Tisch stehen, um in kurzem stillem Gedenken zu verweilen oder auch um Kerzen anzuzünden. Jemand legte rote Nelken auf den Tisch. Diese sehr verhaltene Atmosphäre passte nicht zu der übermäßigen Präsenz der Polizei, die zwei Wasserwerfer vor dem Westbahnhof in Stellung gebracht hatte. Man hatte wohl im Rückblick auf die Vorjahre mit deutlich mehr Widerstand gerechnet. So hatte denn auch die Berliner Polizei, welche den Bahnhofsvorplatz sichern sollte, 15 PolizeibeamtInnen eingesetzt, die mit neongrünen Westen gekennzeichnet als "Anti-Konflikt-Team" für Deeskalation sorgen sollten. Aber es blieb alles sehr ruhig. Als der Atommüllzug gegen 12.25 Uhr auf dem Gleis 2 des von der Polizei abgeriegelten Westbahnhofs einrollte, würde er von etwa 50 DemonstrantInnen vom Vorplatz aus mit Pfiffen und Pfui-Rufen empfangen. Nach kurzem Rangierstopp rollte der Zug kurz nach 13 Uhr in Richtung Dannenberg weiter. Die folgenden Fotos können als JPG 750x500 zur Ansicht geladen werden. Wir weisen in diesem Zusammenhang ausdrücklich auf unser Copyright hin! | |
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