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Demonstration gegen geplantes Nazi-Konzert

26.02.05: Für 10 Uhr Samstag im Clamart Park zu Lüneburg hatte das "Lüneburger Netzwerk gegen Rechts" mobilisiert. Etwa 300 Menschen fanden sich bei nasskaltem Wetter dort ein. Sie wollten auf einer Kundgebung gegen Aktivitäten von Neonazis in ihrer Stadt demonstrieren.

Eine Demonstration durch die Lüneburger Innenstadt war ihnen von der Stadt nicht genehmigt worden, da die Polizei sich nicht in der Lage sah, die Teilnehmer zu schützen, da für diesen Tag etliche angereiste Rechtsradikale in Lüneburg erwartet wurden. Und so war auch das Bild der Innenstadt von vielen Polizeifahrzeugen geprägt.

Auslöser der Protestversammlung war nämlich ein geplantes Konzert der Hooliganband "Kategorie C - Hungrige Wölfe", das in dem Ort Bardowick nahe Lüneburg stattfinden sollte. Die Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen hatte rechtzeitig Kunde davon bekommen und sich an den Rat der Stadt Lüneburg gewandt. Dieser verabschiedete parteiübergreifend eine "Resolution gegen Neonazis". Daraufhin kündigte der Betreiber der "Eventfabrik" Bardowick den Mitvertrag mit der Band. Als Reaktion darauf kündigten Neonazis auf der Homepage von "Kategorie C" für Samstag eine Demonstration in Lüneburg an. Zunächst beantragten sie bei der Stadt die Genehmigung für eine Kundgebung, die ihnen auch erteilt wurde. Damit noch nicht genug, wollten sie darüber hinaus eine Genehmigung auch für eine Demonstration bekommen. Die Stadt untersagte ihnen daraufhin beide Veranstaltungen. Eine Klage gegen diesen Bescheid wurde vom Verwaltungsgericht Lüneburg abschlägig beschieden.

Die im Clamartpark versammelten Menschen mussten über eine Stunde frierend in der Kälte warten, ehe die Kundgebung beginnen konnte. Die Polizei kontrollierte nämlich die großen Zufahrtsstraßen des Landkreises und stoppte bei Drögenindorf den von außerhalb kommenden Lautsprecherbus der Antifaschistischen Aktion. Daraufhin begann ein längeres Verwirrspiel der Polizei. Deren Einsatzleiter in Lüneburg kündigte auf Intervention des Landtagsabgordneten Meihsies (Bündnis 90/Die Grünen) an, dass der Bus fahren dürfe. So ging es dann über eine Stunde hin und her: Die Polizei meldete das Fahren des Busses, deren Insassen dementierten per Handy diese Meldung. Als schließlich die Teilnehmer der Versammlung androhten, in Lüneburg eine Spontandemo zu veranstalten, kam plötzlich Bewegung in die Angelegenheit und der Bus durfte wirklich fahren.

Nach drei Redebeiträgen von Olaf Meyer (Antifaschistische Aktion), Andreas Meihsies und Hans-Jürgen Dietrich (DGB) fand die Protestveranstaltung ihr Ende. Auf dem Wege zum Infocafè "Anna und Artur" fanden sich etwa 50 DemonstrantInnen zu einer Spontandemo durch die Lüneburger Innenstadt zusammen. Mit lauten Rufen wie "Für das Leben - Nazis raus!" erregten sie die Aufmerksamkeit der PassantInnen. Vor dem Platze "Am Markt" wurde der Zug von der Polizei gestoppt. Danach löste sich alles vorerst auf.

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